Die Grundausrüstung

Zur Grundausrüstung (oft auch ABC-Ausrüstung genannt) eines Schnorcheltauchers gehören:

 - Taucherbrille

 - Schnorchel

 - Flossen

Die hier angesprochenen Eigenschaften sind Empfehlungen. Beim Kauf einer Taucher Grundausrüstung ist ein Fachgeschäft mit entsprechender Beratung ratsam.

Die Taucherbrille

Die Aufgaben einer Taucherbrille nach DIN 7877 sind u.a.:

 - Gewährleistung einer verzerrungsfreien Sicht unter Wasser

 - Schutz der Augen und der Nasenschleimhäute (vor z.B. Chlor- und Salzwasser)

 - Möglichkeit, einen Druckausgleich durchzuführen

 - Eventuell eine Sichtkorrektur durch optische Gläser bei Brillenträgern

Eigenschaften

  • Sichtscheibe aus Sicherheitsglas
  • Nahezu gleichbleibende flexibilität des Brillenmaterials bei Temperaturen zwischen 0 C° und +30 C°
  • Dichter und druckfreier Sitz der Dichtmanschette(n)
  • Gut greifbare Möglichkeit zum Druckausgleich (Nasenerker)
  • Alterungsbeständiges Brillenmaterial
  • Großes Blickfeld
  • Kleiner Brilleninnenraum
  • Möglichkeit der leichten Entwässerung unter Wasser
  • Möglichst geruchfreies und pflegeleichtes Material
  • Halteband, das nicht verrutschen oder sich unbeabsichtigt lösen kann

Tipps für den Kauf

  • Die Sichtscheibe sollte mit dem Schriftzug "Tempered", Tempered Glass" oder "Safety-Glass" versehen sein. Kunststoffscheiben sind abzulehnen. Sie beschlagen ständig und verkratzen leicht. Einfaches Fensterglas kann bei Bruch zu schweren Gesichts- und Augenverletzungen führen.
  • Die Entscheidung für eine Einglasbrille oder eine Zweiglasbrille ist nur für Brillenträber wichtig. Diese müssen auf Zweiglasbrillen zurückgreifen, wenn sie Korrekturgläser einsetzten wollen. Ansonsten handelt es sich um eine rein persönliche Entscheidung.
  • Das Brillenmaterial sollte aus Silikon bestehen. Durchsichtige Silikonmischungen garantieren das beste Blickfeld.
  • Von allen Dichtsystemen ist das Doppeldichtband der Vorzug zu geben. Nur bei sehr "faltigen" Gesichtern empfiehlt sich der Kerbdichtrand.
  • Sitzprobe: Die Brille muss ohne Druck so auf dem Gesicht sitzen, dass keine sichtbaren "Öffnungen" zwischen Brillenrand und Gesicht zu sehen sind.
  • Die Dichtigkeitsprobe einer Taucherbrille ist vor dem Kauf leicht durchzuführen. Man drückt die Brille gegen das Gesicht, atmet durch die Nase ein und hält den Atem an. Bleibt die Brille durch den entstehenden Unterdruck am Gesicht "haften", so ist sie dicht. Fällt sie wieder ab, so ist ein anderes Modell zu wählen.
  • Bartträger werden grundsätzlich etwas mehr Probleme haben, eine passende Maske zu finden. Eventuell muss der Bart vor dem Tauchen mit Vasiline eingerieben werden.
  • Taucherbrillenbänder, die sich auf der Rückseite des Kopfes in zwei Bänder teilen, sind druckfreier und verrutschen nicht so leicht.
  • Taucherbrillen mit einem Ausblasventil an der Brillenunterseite bringen keine Vorteile. Das Ausblasventil stellt mit zunehmender Alterung in Bezug auf die Dichtigkeit nur eine Schwachstelle dar.
  • Empfehlenswert ist es, die Taucherbrillen anderer Taucher unter Wasser zu testen, bevor man beim Händler unter psychologischem Kaufzwang steht.
  • Praktisch jede Maske läuft an. Durch die Produktion bleiben innen Silikonreste auf dem Glas zurück. Diese muss man mit Spülmittel o.ä. mehrfach einreiben und putzen. Vor dem Tauchgang sollte man dann das trockene Brillenglas innen benetzen und kurz vor dem Abtauchen ausspühlen.
  • Das Maskenband sollte regelmäßig auf kleine Risse kontrolliert werden und rechtzeitig ausgetauscht werden. Zur Sicherheit empfiehlt sich, immer ein Ersatzband mitzuführen.

Der Schnorchel

Ein Schnorchel soll die Atmung bei eingetauchtem Gesicht gewährleisten. Die Maße eine Schnorchels sind unterschiedlich für Kinder (Form c = children) und Personen über 10 Jahren (Form a = adults). Grundlage ist die DIN EN 1972 "Schnorchel".

Eigenschaften

  • Die maximale effective Schnorchellänge dasf 35cm (Form a) bzw. 30 cm (Form c) nicht überschreiten!
  • Das Mundstück muss bequem und gut sitzen und sollte über bissfeste und nicht zu große Beißwarzen verfügen.
  • Der Schnorchelquerschnitt darf die Atmung nicht behindern (min. 1,8 cm²). Der Durchmesser sollte aber 2,5 cm nicht überschreiten.
  • Das Schnorchelinnenvolumen muss sich leicht ausblasen lassen (Form a max 180 cm³, Form c max. 120 cm³)
  • Die Verbindung zwischen Mundstück und Schnorchelrohr muss anatomisch und strömungstechnisch richtig geformt sein (keine Faltenschläuche als Wasserfalle, da man sonst beim ersten Einatmen das in den Falten stehende Wasser mit einatmet!)
  • Stabiler Schnorchelhalter zur einfachen Montage und Demontage an der Brille.
  • Das Schnorchelende sollte eine auffällige Farbgebung von min. 3cm Breite (fluoreszierendes Orange) besitzen.
  • Eine Sicherung gegen Verlust bei der Tauchübung sollte vorhanden sein (z.B. zusätzliche Befestigung an der Brille).
  • Eine Gebrauchsanweisung, die Auskunft gibt über Benutzung, Benutzungsfehler, Warnhinweise bei Verlängerung, Altersgruppen, Pflege und Hinweise zu Sicherheitsstreifen.
  • Schnorchel, die diese Anforderungen erfüllen, tragen Zeiche "GS=Geprüfte Sicherheit"

Der Schnorchel darf keinerlei Ventile enthalten! Effektive Schnorchellängen ab 60cm führen bereits nach einer Atmungszeit von fünf Minuten zu bleibenden Gesundheitsschäden. Der Versuch, durch einen längeren Schnorchel zu atmen, führt zum typischen Bild des so genannten inneren Blaukommens mit Blutrückstau und Überdehnung des Herzmuskels.

Die Ursache dieser Gesundheitsschädigung ist die zunehmende Druckdifferenz. Bei Schnorchelatmung entspricht der Druck im Lungeninneren dem der Wasseroberfläche, wärend die Körperflüssigkeit bereits unter höherem Druck des uns umgebenden Wassers steht.

Die Schwimmflossen

Die Schwimmflossen (nach DIN 7876) haben die Aufgabe, den Vortrieb im und unter Wasser und dabei Bewegungsfreiheit für die Hände sicherzustellen. Darüber hinaus schützen sie die Füße gegen Verletzungen.

Eigenschaften

  • Druckfreier Sitz
  • Flossenblatt, das zum Fußteil leicht abgewinkelt ist
  • Alterungsbeständiges und elastisches Material
  • Flossenblatt, das nicht so hart ist, dass Dauerleistungen zur Muskelverkrampfung führen
  • Fußteilführung, die bis auf die Zehen den ganzen Fuß umschließt (geschlossene Ferse)
  • Seitliche Kontur des Fußteils sollte unterhalb der Knöchel verlaufen, sonst besteht Gefahr des Wundscheuerns

Tipps für den Kauf

  • Die Schwimmflosse ist so anzuprobieren, wie sie später auch geragen wird. Wird sie mit Socken oder Füßlingen getragen, so ist sie auch mit diesen anzuprobieren.
  • Gute Fachhändler erlauben auch ein ausprobieren im Schwimmbad, natürlich ohne Verkratzen.
  • Die Blatthärte ist abhängig vom Trainingsstand, Vorher bei Bekannten ausprobieren!
  • Vor einfachen Flossen sollte Abstand genommen werden. Sie sind aufgrund der Bauform sehr ineffectiv.

Geeignete Schwimmbad-Flossen für Schnorcheltaucher gibt es in vielen Größen und Blatthärten. Wichtig ist der Tragekomfort: Die Flossen dürfen im Fußteil nicht drücken. Die Blatthärte ist an den jeweiligen Trainingsstand anzupassen. Ein zu hartes Blatt führt schnell zur Ermüdung der Muskeln im Unterschenkel.

Diese Flossen haben ein geschlossenes Fußteil. Sie werden hauptsächlich zum Training im Schwimmbad und für das Schnorcheltauchen benutzt. Eine besondere Spielart sind die extrem harten und schmalen Flossen für Apnoe-Taucher, die sich zunehmend auch im engagierten Schnorchelsport durchsetzen. Sie ermöglichen eine ungeahnte Geschwindigkeit in Verbindung mit minimalem Kraftaufwand. Gegen die Strömung sind sie allerdings nicht so effectiv.

Die Geräteflossen

Diese Flossen haben eine offenes Fußteil. Sie werden in Kombination mit Füßlingen hauptsächlich beim Gerätetauchen eingesetzt. Ihr Blatt ist ziemlich breit, was dem Tauchen mit Gerät zugutekommt. Wichtig ist nicht die schnelle Fortbewegung: beim Gerätetauchen muss man gegen Strömung ankommen und eine gute Manövrierfähigkeit haben. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man nach dem Ausziehen der Flossen mit den Füßlingen noch einen Schutz an den Füßen trägt. Gerade beim tauchen an felsigen Ufern ist das ein unschätzbarer Vorteil.

Quelle: DLRG Ausbilderhandbuch Schnorcheltauchen